Fehlende Spermien in der Samenflüssigkeit (Azoospermie)
In manchen Fällen sind beim Mann keine Spermien in der Samenflüssigkeit nachzuweisen.
Es gibt verschiedene Gründe für dieses Ergebnis:
  1. Fehlende Spermienbildung im Hoden, z. B. als Folge von angeborenen Gewebsdefekten
  2. Fehlender Transport der Spermien in die Samenflüssigkeit, z. B. als Folge von verschlossenen Samenleitern nach männlicher Sterilisation oder Infektionen.
Es ist in diesen Fällen möglich eine kleine Gewebeprobe aus dem Hoden zu entnehmen (Hodenbiopsie) und diese auf Samenzellen zu untersuchen. Falls hier bei Samenzellen gefunden werden, kann dieser Eingriff am Tag der Eizellentnahme bei der Frau, wiederholt werden. Danach können die Eizellen mit den gewonnen Samen mit Hilfe von ICSI – IVF befruchtet werden. Auf diese Weise können selbst Männer ohne Spermien in der Samenflüssigkeit ein Kind zeugen
Sollten bei der Hodenbiopsie keine lebenden Samenzellen gefunden werden, kann diesen Paaren mit einer Donorinsemination  (Spendersamen) geholfen werden.

Hodenbiopsie
Die Gewebeprobe wird hier bei uns vorgenommen, dauert ungefähr eine halbe Stunde und ist weitestgehend schmerzlos. Der Mann erhält eine Betäubung, zusätzlich kann ein kurzwirksames Morfin venös verabreicht werden. Die Gewebeprobe wird unter sterilen Bedingungen vorgenommen. Unser Labor untersucht das Gewerbe sofort und teilt das Ergebnis innerhalb weniger Minuten mit.

Nach dem Eingriff
Kann es in Leiste und Hoden leichte Schmerzen geben, die ggf einige Tage andauern.  Wir empfehlen an den ersten Tagen körperliche Schonung.  Paracetamol (bis 4 mg täglich) dürfen rezeptfrei eingenommen werden. Eine Krankmeldung kann nötig werden.
In seltenen Fällen können starke lokale Reaktionen (Schmerzen, Rötung, Schwellung, Fieber) auftreten. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie die Klinik oder ihren Hausarzt kontaktieren.

TESA
Bei sterilisierten Männern, auch wenn der Eingriff viele Jahre her ist, werden normalerweise ausreichend Spermien in der Gewebeprobe gefunden.
Bei Männern, bei denen der Spermiennachweis in der Testbiopsie geglückt ist, besteht die Möglichkeit diese zur Befruchtung zu wiederholen.
Die Entnahme von Hodengewebe wird in Verbindung mit einer IVF-ICSI-Behandlung durchgeführt. Die Entnahme findet am Tag der Eizellentnahme, am besten unmittelbar vorher, statt.
Da bei der Gewebeentnahme immer nur wenige Spermien isoliert werden, muss die Befruchtung mit Mikroinsemination durchgeführt werden.
Hierbei wird jeder entnommenen Eizelle der Frau ein einzelnes Spermium mit einer feinen Glasnadel eingespritzt (Intra-Cytoplasmatische-Spermien-Injektion).
In seltenen Fällen kann es sein, dass keine Spermien bei der erneuten Hodenbiopsie gefunden werden, obwohl frühere Tests Spermien zeigten.
Aus diesem Grund muss in diesen Fällen vor der Eizellentnahme entschieden werden, ob die entnommenen Eizellen zerstört werden, mit Spendersamen befruchtet werden sollen oder als unbefruchtete Eizellen gefroren werden sollen.
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