Was ist PCO oder PCOS?

PCO ist eine Abkürzung für polyzystische Ovarien (Eierstöcke).

Bei diesem Zustand werden ungewöhnlich viele, unreife Eizellen in den Eierstöcken gebildet.

PCO-Eierstöcke sind größer als normale Eierstöcke und haben beim Ultraschall ein charakteristisches Aussehen, weil die unreifen Eizellen in den Eiblasen am Rand entlang liegen, an statt, wir normal, gleichmäßig verteilt zu sein.

Ungefähr 25 % aller Frauen im gebärfähigen Alter haben PCO.

PCO kann von gewissen Symptomen begleitet werden, weshalb dieser Zustand dann PCOS – polyzystisches Ovarsyndrom – genannt wird. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass die Frau – neben den charakteristischen Eierstöcken – auch, im Vergleich zu anderen Frauen, eine Erhöhung männlicher Hormone (Androgen/Testosteron) hat, die Bartwuchs und vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus), dünnes Haupt- und Haarausfall über den Schläfen (Geheimratsecken) verursachen können. Es gibt manchmal Tendenz zu unreiner Haut (Akne). Es gibt darüber hinaus seltene oder ausbleibende Eisprünge und dadurch Menstruationsstörungen, die Fertilitätsprobleme zur Folge haben.

Viele Frauen mit PCOS leiden zugleich an Übergewicht (80 %), das sich auf Grund der erhöhten Androgenmenge mit männlicher Fettverteilung zeigt (sogenannter „Apfeltyp“, wo das Fett sich besonders an den Bauch setzt, während die Oberschenkel relativ dünn sind).

PCOS hängt auch mit verminderter Insulinempfindlichkeit im Muskelgewebe zusammen. Insulin ist ein Stoff, der in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, und dem Zucker beim Eindringen in das Gewebe hilft. Wenn die Insulinempfindlichkeit im Muskelgewebe vermindert ist, wird der Bedarf des Zuckers in den Muskeln erhöht. Der Körper versucht dies auszugleichen, und erhöht deswegen die Ausscheidung des Insulins. Die verminderte Insulinempfindlichkeit und die erhöhte Insulinproduktion erhöhen mit der Zeit das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Die verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) stört das Zucker und Fettgleichgewicht im Blut und erhöht so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Viele Frauen mit PCOS erleben ein erhöhtes Verlangen nach Zucker (Süßigkeiten und Schokolade), Müdigkeit, Lustlosigkeit, fehlendes Sattheitsgefühl, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen.

PCO/PCOS soll erblich sein, aber auch Übergewicht zusammen mit zu wenig Bewegung sind disponierende Faktoren.

Wie wird PCOS behandelt?
Die effektivste Behandlung ist Ernährungsumstellung, Gewichtsverlust und Bewegung. Eine Einnahme von Metformin reguliert die Insulinempfindlichkeit und dadurch bedingte sonstige Ungleichgewichte. Metformin behindert die Glukoseaufnahme (Zuckeraufnahme) vom Darm, erhöht die periphere zelluläre Glukoseaufnahme und behindert die Neubildung von Glukose in der Leber. Metformin hat eine leichte gewichtsreduzierende Wirkung, besonders am Anfang der Behandlung.

Ungefähr 20 % der Frauen mit PCO sind normalgewichtig. Für sie sind Bewegung zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit und Metformin die erfolgreichste Behandlung.

Metformin kann vorrübergehend Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und metallischen Geschmack hervorrufen. Diese können durch die Einnahme der Tabletten zu den Hauptmahlzeiten und langsame Dosissteigerung (z.B. 500 mg/Woche) reduziert werden. Normalerweise werden am Anfang 500 mg 2 x täglich zu den Mahlzeiten eingenommen. Danach wird die Dosis mit einem Intervall von einer Woche bis auf 1 g 2 x täglich erhöht.

Weil Metformin die B-Vitaminaufnahme aus dem Darm vermindert, wird es Frauen, die in Metforminbehandlung sind und eine Schwangerschaft planen – oder Schwanger sind – empfohlen, zusätzliche Folsäure (Folsäure oder Folimet) zu nehmen; d.h. 5 mg täglich (verschreibungspflichtig) neben Apovit oder GraVitamin.
Als ”PCO-Ernährung” wird empfohlen, dass Sie viel Protein essen, das man in Fisch und Fleisch, grobem Gemüse und Bohnen findet, und dass Sie Zucker und Kohlenhydrate, die man in Brot, Pasta, Kuchen, Limonade und Süßigkeiten findet, vermeiden.

Ungeachtet des Gewichts ziehen alle Frauen mit PCOS großes Nutzen aus Bewegung, d.h. mindestens eine halbe Stunde schneller Bewegung (schneller Lauf, Spinning oder Step) oder eine Stunde leichter Bewegung (Joggen, schneller Spaziergang, normales Radfahren, Schwimmen) am Tag.

Wann muss ich mit Metformin aufhören, wenn ich schwanger geworden bin?
Es wird empfohlen mit Metformin in der 7.-8. Schwangerschaftswoche aufzuhören, dem Zeitpunkt entsprechend, an dem wir die erste Ultraschalluntersuchung vornehmen. Die Behandlung muss erst nach der Entbindung wiederaufgenommen werden, wenn Sie mit dem Stillen aufgehört haben.
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