Einwirkung der Lebensstilfaktoren auf die Schwangerschaft

Kann ich selber etwas machen um die Chancen zu verbessern eine Schwangerschaft zu erreichen?
Es gibt leider keine Wundermittel, die die Chancen eine Schwangerschaft zu erreichen verbessert. Am Wichtigsten ist, dass man während der Behandlungen ein so normales (und gesundes!) Leben wie möglich führt, d.h. einfach wie bis jetzt weiter Leben. Wir abraten homöopathische Medikamente und Reflexzonentherapie, weil sie einen negativen Einfluss auf die Fertilitätsbehandlung haben können. Möchten Sie Akupunktur haben, wovon wissenschaftliche Untersuchungen den Effekt dokumentieren können, bieten wir diese in der Klinik mit ausgebildeten Akupunkteuren an.

Alter und Lebensstil
Bei einer jungen Frau Anfang der zwanziger Jahr, die niemals eine Unterleibsentzündung oder unregelmäßigen Zyklus gehabt hat, und einem Mann mit normaler Spermienqualität, spielt der Lebensstil eine geringe Rolle z.B. im Vergleich zu einer älteren Frau, die seit vielen Jahren versucht, eine Schwangerschaft zu erreichen, wo der Mann verminderte Spermienqualität hat. Lebensstil hängt deswegen mit Alter zusammen.

Das Rauchen
Wenn Sie rauchen, empfehlen wir, dass Sie beide damit aufhören, weil es die Chancen eine Schwangerschaft zu erreichen mit 30-50 % erhöhen, abhängig von dem Alter und der Ursache der Kinderlosigkeit. Schädliche Stoffe in den Zigaretten können die Erbmasse in Eizellen und Spermien zerstören. Bei der Frau verringert das Rauchen die Chancen dafür, dass ein Embryo sich einnistet. Es hat damit zu tun, dass Nikotin die Blutgefäße in der Gebärmutter beeinträchtigen, so dass die Gebärmutterschleimhaut dünner und dadurch weniger empfänglich für die Embryonen wird. Das Nikotin erhöht den Stoffwechsel in der Leber, wodurch die Hormone (FSH) schneller umgesetzt werden und deswegen keine Zeit haben ihre Einwirkung auf die Eileiter ausüben zu können, weil die Empfindlichkeit für FSH in den Eileitern verringert ist. Frauen, die mit dem Rauchen aufhören, erreichen fast dieselbe Chance dafür, dass die Embryonen sich einnisten wie Frauen, die nie im Leben geraucht haben.

Bei dem Mann verringert das Nikotin die Beweglichkeit der Spermien und reduziert die Anzahl der lebendigen Spermien.

Oft gibt es eine verminderte Anzahl lebendiger Spermien nach der Reinigung in der Spermaprobe eines Rauchers, wogegen die Anzahl in dem nicht-gereinigten Samen normal sein kann. Weil man immer den gereinigten Samen für Insemination und IVF-Behandlung verwendet, ist dies von großer Bedeutung.

Nikotinpflaster und –spray haben dieselbe negative Einwirkung.

Für ein kinderloses Paar, das sich eine Fertilitätsbehandlung privat machen lässt, sind die negativen Einwirkungen des Rauchens außerdem dadurch geschärft, dass man für die Behandlungen selber zahlen muss, was ganz schnell teuer wird, wenn keine Schwangerschaft innerhalb einer begrenzten Anzahl Behandlungen erreicht wird.

Alkohol

Bei der Frau
Einige wissenschaftliche Studien zeigen, dass selbst kleine Mengen Alkohol die Fertilität der Frau beeinträchtigen, weil andere Studien zeigen, dass sie keinen Einfluss darauf haben. Solange es entgegengesetzte Ergebnisse gibt, empfehlen wir Frauen, die eine Schwangerschaft planen, vorsichtig zu sein und weniger als 5 Gläser pro Woche zu trinken. Wir empfehlen keine Askese, weil man den sozialen und psychischen Aspekt ein Glas Wein mit seinem Partner oder guten Freunden am Wochenende zu trinken nicht unterschätzen soll. Es ist wichtig, dass man sich entspannt, aber auch das Gefühl hat, dass man ein normales Leben führen kann, obwohl man eine Fertilitätsbehandlung durchmacht.

Bei dem Mann
Wenn der Mann normale Spermienqualität hat, soll er nicht mehr als 10 Gläser pro Woche und weniger als 5 Gläser pro Woche bei verminderter Spermienqualität trinken.

Beeinflusst es meine Chancen, wenn ich übergewichtig bin?
Die meisten übergewichtigen Frauen haben Probleme eine Schwangerschaft zu erreichen, weil ihre Hormonsysteme beeinflusst worden sind. Das Fettgewebe wandelt viele Hormone um, die für den Menstruationszyklus wichtig sind. Bei schwerem Übergewicht ist es nicht ungewöhnlich, dass die Frau ganz damit aufhört Eisprünge zu haben, oder dass diese unregelmäßig werden.

Übergewicht in Verbindung mit der Fertilitätsbehandlung bewirkt, dass die Eierstöcke suboptimal auf die Hormonstimulation reagieren, weshalb oft sehr hohe Dosen des Hormons verwendet werden müssen um die Bildung der Eizellen zu stimulieren. Das Übergewicht kann die Eizellentnahme mit Risiko für Blutung und Infektion erschweren.

Viele wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Chancen eine Schwangerschaft durch Reagenzglasbehandlung zu erreichen bei Übergewichtigen weniger sind als bei Normalgewichtigen.

Übergewicht erhöht darüber hinaus besonders am Anfang der Schwangerschaft das Risiko für eine Abtreibung, einen erhöhten Blutdruck, Diabetes und später in der Schwangerschaft Schwangerschaftsvergiftung zu bekommen.

Definition der WHO (die Weltgesundheitsorganisation) von Übergewicht:

Hier wird die BMI (die Körpermassenanzahl) dazu verwendet, Gewichtkategorien einzuteilen.

BMI wird auf folgende Weise ausgerechnet:

Gewicht (kg) 
Größe x Größe (m)

BMI <20 = untergewichtig
BMI 20-25= normal gewichtig
BMI 25-29= übergewichtig
BMI > 30 schwer übergewichtig

Wenn die Frau eine BMI>30-35 hat, werden wir keine Behandlung anfangen, bevor die Frau ein zusätzliches Gespräch über die Möglichkeiten der Gewichtabnahme gehabt hat. Normalerweise werden wir erst mit Behandlung anfangen, wenn die Frau eine gewisse Gewichtabnahme von ungefähr 10 % erreicht hat.

Eine Krankenschwester, die in der Klinik tätig ist, kann Ihnen mit Gewichtkontrolle und Diätberatung behilflich sein. Diätberatung wird auch für normalgewichtige Frauen empfohlen, die ein unkontrollierbares Bedürfnis nach Zucker haben und an Müdigkeit leiden. Dieser Zustand können Sie selber durch Ihre Essgewohnheiten beeinflussen. Dies gilt auch für Frauen, die an PCO leiden, wo die Diät eine große Bedeutung des Grads der Symptome hat.

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