Hormonstimulation wird für Paare verwendet, wo die Frau selten oder gar keine Eisprünge hat. Fehlende Eisprünge führen zu unregelmäßigen Menstruationen mit monatlichen Intervallen und werden oft bei Frauen mit polyzystichen Ovarien, PCO, wie oben beschrieben, gesehen. Bei diesen Frauen gibt es eine erhöhte Anzahl kleiner, unreifen Eizellen, die durch Hormonstimulation zum Wachstum stimuliert werden können, wonach das Paar Geschlechtsverkehr innerhalb eines bestimmten Zeitraums haben muss.

Erste Konsultation für Paare, die mit Hormoninsemination behandelt werden müssen.
Bei der ersten, unverbindlichen Konsultation werden wir eine Zusammenstellung der medizinischen Unterlagen der Frau und des Mannes machen, und nach Ihren Wünschen und Erwartungen der Behandlung fragen.

Wenn Sie vorher eine Hormonstimulation in einer anderen Fertilitätsklinik durchgemacht haben, entweder in einer öffentlichen oder privaten Klinik, wäre es ein Vorteil, wenn Sie eine Kopie der medizinischen Unterlagen und das Ergebnis einer eventuellen Spermauntersuchung zu der Konsultation mitbringen können.

Wenn das Sperma des Mannes nicht vorher untersucht worden ist, oder wenn viel Zeit vergangen ist, wäre es eine gute Idee, die Spermauntersuchung am selben Tag der Konsultation machen zu lassen. Die Spermaprobe müssen Sie dann 1 ½ Stunde vor der Konsultation abgeben.

Danach wird ein Ultraschall der Gebärmutter und Eierstöcke vorgenommen, und wir werden einen Plan Ihrer Behandlung zusammenstellen. Die Frau wird Rezepte für die Medizin bekommen, die für die Behandlung verwendet wird und wir zeigen Ihnen wie Sie das Hormon einspritzen sollen.

Anmeldung zur Hormonbehandlung
Um sich zu einer Behandlung anmelden zu können, müssen Sie eine menstruale Blutung haben, die entweder durch Einnahme der Antibabypille für 21 Tage oder Provera-Behandlung für 10 Tage ausgelöst werden kann.

Wenn Sie Ihre Menstruation bekommen, rufen Sie die Fertilitätsklinik alle Werktage auf die Nummer 76 24 50 20 zwischen 9.15-12.00 Uhr und 12.30-14.30 Uhr an,um einen Termin für einen Ultraschall der Eileiter zu vereinbaren, der ungefähr am 9.-10. Zyklustag vorgenommen wird.

Wenn Sie Ihre Menstruation am Wochenende bekommen, sollen Sie am nächsten Werktag anrufen.

Behandlung
Sie haben bei dem ersten Gespräch ein Rezept für Pergotime-Tabletten bekommen. Sie müssen eine Tablette  zweimal täglich für 5 Tagen ab 3. bis 7. Tag der Blutung nehmen. Pergotime bewirkt, dass die Hypophyse dazu stimuliert wird, die Stimulation der Eileiter zu erhöhen.

Ultraschalluntersuchung
Am 9.-10. Tag des Zyklus wird ein vaginaler Ultraschall vorgenommen um die Anzahl und Größe der Eiblasen festzustellen.

Manchmal müssen Sie sich eine oder mehrere Kontrollen vornehmen lassen, bevor die Eiblasen die richtige Größe haben.

Wenn die Eiblasen die richtige Größe von ungefähr 18 mm haben, wird eine Otrivelle-Spritze zum Auslösen des Eisprungs gegeben, und ungefähr eineinhalb Tag danach müssen Sie Geschlechtsverkehr haben.

Wenn die Frau keine Eiblasen nach Behandlung mit Pergotime-Tabletten für 5 Tage bildet, werden die Tabletten bei der nächsten Behandlung für 10 Tage gegeben.

Wenn auch bei dieser Behandlung keine Eiblasen gebildet werden, wird man mit täglichen Hormonspritzen des follikelstimulierenden Hormons FSH stimulieren.  Am Tag nach dem Anfang der Menstruation wird ein Ultraschall vorgenommen um die Verhältnisse für die nächste Hormonbehandlung zu untersuchen. Danach fangen Sie mit den täglichen Spritzen an, und ein Ultraschall wird wieder gemacht um die Anzahl der reifen Eiblasen festzustellen. Es ist unterschiedlich wie viele Tage mit Stimulation vergehen müssen, bis eine reife Eiblase erreicht wird. Dies ist unterschiedlich von Frau zu Frau, und von einer Behandlung zu der nächsten.

Der Zweck der Hormonstimulation ist, dass eine oder zwei, höchstens drei Eiblasen reif werden. Wenn mehr als drei gebildet werden, wird das Risiko der mehrfachen Schwangerschaften erhöht, und die Behandlung wird deshalb im aktuellen Zyklus abgebrochen.

Schwangerschaftstest
Sie müssen einen Schwangerschaftstest mit Morgenurin ungefähr 16 Tage nach dem Geschlechtsverkehr machen. Den Schwangerschaftstest werden wir Ihnen aushändigen. Rufen Sie bitte die Fertilitätsklinik an um uns das Ergebnis mitzuteilen. Wenn der Schwangerschaftstest positiv ist, wird ein Termin für Ultraschall ungefähr 3-4 Wochen später vereinbart. Den Schwangerschaftstest müssen Sie immer machen, auch wenn Sie eine menstruale Blutung bekommen haben, weil es bei einer Schwangerschaft eine menstruationsähnliche Blutung geben kann. Dies bedeutet in der Regel zusätzliche Ultraschalluntersuchungen.

Wenn der Schwangerschaftstest negativ ist, können Sie sofort mit einer neuen Behandlung anfangen. Sie brauchen also keine Pause zwischen den Behandlungen zu machen.

Nebenwirkungen
Die Pergotime-Tabletten können Nebenwirkungen verursachen, wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und in seltenen Fällen Nebelsehen, die wieder weggehen wenn Sie mit der Medizin aufhören.

FSH (Gonal-f, Menopur und Puregon) kann aufgeblähten Bauch, Drücken im Unterleib und Kopfschmerzen verursachen.

Ovitrelle kann Schwangerschaftssymptome wie Müdigkeit und Übelkeit verursachen.

Ungewünschte Nebenwirkungen
Einige Frauen bilden mehr Eiblasen als die bezweckte eine, die bezweckten zwei, oder höchstens drei. In diesen Fällen kann es notwendig sein, die Behandlung abzubrechen und Geschlechtsverkehr zu verbieten um eine Schwangerschaft mit mehreren Embryos zu vermeiden. Eine andere Möglichkeit wäre, einige der Eiblasen mit Hilfe eines Ultraschalls zu entleeren, damit nur die gewünschte Anzahl übrig ist.

Komplizierte Schwangerschaften
Bei einem Eintritt der Schwangerschaft kommt das Risiko für eine spontane Abtreibung in ungefähr  15 % der Fälle vor (dasselbe Risiko wie bei Schwangerschaften, die spontan erreicht wurden). Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kommt in ungefähr 2 % der Fälle vor. Das Risiko einer Zwillingsschwangerschaft ist ungefähr 5-10 %, einer Drillingsschwangerschaft ist weniger als 2 %.

Vorbeugung
Für Frauen mit Hormonstörungen, die oft an PCOS leiden, wo es empfohlen wird, Metformin zu nehmen um den Zuckerstoffwechsel zu regulieren, ist es wichtig, dass sie zusätzliche Folsäure während der Schwangerschaft nehmen, weil Metformin auch eine behindernde Wirkung auf die B-Vitaminaufnahme vom Darm haben kann. Es wird deswegen empfohlen, dass Sie zusätzliche Folsäure (Folsäure oder Folimet), d.h. 5 mg täglich (verschreibungspflichtig) neben Apovit oder GraVitamin nehmen. Dies vermindert das Risiko für einen Neuralrohrdefekt im Fetus.